Gute Arbeitsatmosphäre im Büro: Das können Unternehmen tun

Die meisten Arbeitnehmer verbringen den Großteil ihres Tages am Arbeitsplatz. Da freut man sich als Beschäftigter natürlich, wenn beim Arbeitgeber eine gute Arbeitsatmosphäre herrscht. Lesen Sie hier, wie Unternehmen die Arbeitsatmosphäre verbessern und was Sie als Arbeitnehmer tun können.

Menschen sitzen im Büro am Tisch, was ist eine gute Arbeitsatmosphäre?

Definition: Was versteht man unter einer guten Arbeitsatmosphäre?

Wenn die Mitarbeiter gerne an den Arbeitsplatz kommen, kann man wohl davon ausgehen, dass es in der Firma eine gute Arbeitsatmosphäre gibt. Damit sich die Arbeitnehmer wohlfühlen, müssen mehrere Faktoren zusammenspielen:

  1. Die Arbeitsbedingungen: Die Art und Weise, wie der Schreibtisch eingerichtet ist, ob es ergonomische Sitze gibt, ob Mitarbeiter während ihrer Arbeit nur künstliches Licht oder hin und wieder auch natürliches sehen, all das beeinflusst die Arbeitsbedingungen und damit auch die Arbeitsatmosphäre. Die Arbeitsstruktur hat außerdem einen Einfluss darauf, ob wir uns gestresst fühlen. Mitarbeiter, die ständig zu knappe Deadlines bekommen, bezeichnen die Arbeitsatmosphäre bei ihrem Arbeitgeber bestimmt nicht als angenehmen.
  2. Die Führungskräfte: Vorgesetzte und die Geschäftsführung tragen entscheidend dazu bei, ob das Betriebsklima gut oder schlecht ist. Denn ob die Firmenphilosophie tatsächlich gelebt wird, bestimmen die Führungskräfte im Unternehmen maßgeblich mit. Das Management muss daher dafür sorgen, dass alle im Unternehmen das umsetzen, was man nach außen kommuniziert.
  3. Die Kommunikation: Wie man mit internen Mitarbeitern und seinen externen Partnern umgeht, hat ebenfalls einen Einfluss auf die Arbeitsatmosphäre. Denn Kommunikation hat viel mit Wertschätzung zu tun. Mitarbeiter, die sich wertgeschätzt fühlen und die über die wichtigsten Vorgänge im Unternehmen im Bilde sind, bezeichnen die Arbeitsatmosphäre in aller Regel als angenehm.

Warum ist eine angenehme Arbeitsatmosphäre so wichtig?

Studien zeigen immer wieder, dass eine gute Arbeitsatmosphäre ein wichtiger Erfolgsfaktor für das gesamte Unternehmen ist. Die Mehrheit der befragten Arbeitnehmer sagte in einer Untersuchung, dass die Arbeitsatmosphäre für sie entscheidend sei, ob sie im Unternehmen bleiben oder nicht. Arbeitgebern, denen es gelingt, ein gutes Betriebsklima zu schaffen, können sich also über loyale Mitarbeiter freuen.

Eine gute Bindung der Mitarbeiter ans Unternehmen bedeutet auch, dass der Arbeitgeber weniger Zeit und Geld ins Recruiting investieren muss. Auch das sind gute Nachrichten – vor allem im Hinblick auf den aktuellen Arbeitsmarkt, bei dem es viele Unternehmen schwer haben, fähige und motivierte Mitarbeiter zu finden.

Natürlich profitiert nicht nur der Arbeitgeber davon, wenn sich seine Mitarbeiter wohlfühlen. Auch die Beschäftigten schätzen eine gute Arbeitsatmosphäre. Das kann jeder nachvollziehen, der schon einmal einen Arbeitgeber hatte, bei dem auf Wertschätzung und Fairness nicht so großen Wert gelegt wurde. Ist das Betriebsklima beim Arbeitgeber schlecht, geht man äußerst ungern arbeiten, über kurz oder lang sinkt die Produktivität und die Arbeitsergebnisse werden schlechter.

Abhängig davon, wie anfällig man für eine schlechte Arbeitsatmosphäre ist, zeigen sich noch weitere Nachteile, die sich auch gesundheitlich bemerkbar machen.

Arbeitsatmosphäre verbessern: So gelingt es

Bei so vielen Vorzügen sollten Arbeitgeber daran interessiert sein, die Arbeitsatmosphäre in ihrem Unternehmen zu verbessern. Wer sich mit dem Thema beschäftigt, wird feststellen, dass schon kleine Änderungen in der Organisation eine große Auswirkung auf das gesamte Betriebsklima haben können. Folgende Tipps können dabei helfen, die Arbeitsatmosphäre zu verbessern:

1. Arbeitsbedingungen verbessern

Bereits ein ergonomischer Stuhl und Schreibtisch können dazu beitragen, dass sich die Beschäftigten am Arbeitsplatz wohler fühlen. Arbeitgeber können außerdem darauf achten, dass Mitarbeiter, die im Großraumbüro arbeiten, die Möglichkeit bekommen, sich hin und wieder zurückzuziehen.

Da immer mehr Arbeitnehmer den Wunsch nach flexiblen Arbeitszeiten und einer ausgeglichenen Work-Life-Balance äußern, können Unternehmen auch hier ansetzen, um die Arbeitsatmosphäre zu verbessern. Die Möglichkeit, an einigen Tagen aus dem Homeoffice zu arbeiten oder die tägliche Arbeitszeit an den eigenen Bedürfnissen auszurichten, wissen viele Arbeitnehmer zu schätzen.

Zu einer guten Arbeitsorganisation gehört aber auch, wie die Aufgaben und das Arbeitspensum strukturiert sind. Wenn die Beschäftigten regelmäßig Überstunden machen müssen, dürfte das über kurz oder lang für Unmut sorgen. Daher sollten Arbeitgeber darauf achten, dass die Mitarbeiter ihre Arbeit in acht Stunden erledigen können. Vor allem bei Beschäftigen, die im Homeoffice arbeiten, sollten Chefs darauf achten, dass sie nicht noch weit über den Feierabend hinaus am heimischen Schreibtisch sitzen.

2. Auf Kommunikation achten

Wie im Unternehmen kommuniziert wird, wirkt sich ebenfalls ganz entscheidend auf die Arbeitsatmosphäre aus. Wenn die Beschäftigten das Gefühl haben, dass sie sich mit Kollegen offen über Probleme austauschen können, ist das sehr positiv.

Wenn dann noch eine offene Kommunikation von Seiten der Vorgesetzten und Firmenleitung hinzukommt, dürften sich die Beschäftigten in der Firma sehr wohlfühlen.

Zu einer positiven und wertschätzenden Kommunikation gehört außerdem, dass die Mitarbeiter regelmäßig Feedback bekommen. Denn nur wenn sie erfahren, was bei ihrer Arbeit gut läuft und wo es noch Verbesserungspotenzial gibt, können sie wachsen. Vorgesetzte sollten daher unbedingt regelmäßig Rückmeldung zu den Arbeitsergebnissen und auch zur Arbeitsweise geben und dabei auf die Feedbackregeln achten.

3. Auf Teambuilding setzen

Verstehen sich die Kollegen gut und arbeiten sie gern zusammen, wirkt sich das ebenfalls positiv auf das Arbeitsklima aus. Vorgesetzte und Firmenleitung sind daher gut beraten, Teambuilding zu fördern. Glücklicherweise gibt es dazu viele unterschiedliche Methoden: Zum Beispiel, indem man sein Team hin und wieder nach Feierabend in ein Restaurant oder eine Bar einlädt.

So können Arbeitnehmer zu einer besseren Arbeitsatmosphäre beitragen

Eine gute Arbeitsatmosphäre zu schaffen, ist nicht nur die Aufgabe des Managements. Jeder einzelne Beschäftigte kann seinen Teil dazu beitragen. Auch hier reichen meist schon kleine Dinge, um eine große Wirkung zu erzielen:

1. Offen auf Kollegen zugehen

Teambuilding und Teamzusammenhalt sind wichtig für das Betriebsklima – das haben wir bereits angesprochen. Mitarbeiter müssen jedoch nicht darauf warten, bis der Chef ein Teamevent organisiert oder alle nach Feierabend einlädt. Jeder Mitarbeiter kann seinen Teil dazu beitragen, dass sich die Stimmung im Team verbessert.

Das gelingt zum Beispiel, indem man offen und möglichst ohne Vorurteile auf seine Kollegen zugeht. Und zwar vor allem auf die Kollegen, die einem nicht gerade sympathisch sind. Denken Sie immer daran, dass Sie sich mit Ihren Kollegen nicht gleich anfreunden müssen. Sie sollten jedoch in der Lage sein, ein professionelles Verhältnis zu pflegen.

2. Privat- und Berufsleben trennen

Zu einem professionellen Umgang mit den Kollegen gehört auch, dass Sie Privates von Beruflichem trennen. Natürlich dürfen Sie auch Anekdoten aus Ihrer Freizeit berichten, jedoch sollten Sie darauf achten, dass alles im Rahmen bleibt.

Teilen Sie zu viele private Informationen mit Ihren Kollegen, besteht die Gefahr, dass Ihnen das bei der nächsten Auseinandersetzung um die Ohren fliegt. Kollegen, die es nicht so gut mit Ihnen meinen, könnten Ihr Wissen nutzen, um Sie zu diskreditieren. Bewahren Sie daher lieber eine professionelle Distanz.

3. Vergleiche unterlassen

Gut möglich, dass ein Kollege befördert wird, der es in Ihren Augen überhaupt nicht verdient hat. Das ist zwar ärgerlich, aber kein Grund, die gute Arbeitsatmosphäre aufs Spiel zu setzen. Lassen Sie nicht zu, dass die Ihrer Meinung nach ungerechtfertigte Beförderung Ihnen die Freude an der Arbeit verdirbt.

Bleiben Sie freundlich und zuvorkommend und weisen Sie an geeigneter Stelle auf Ihren Verdienst hin. Vielleicht waren Sie bislang einfach zu bescheiden, so dass Ihr Vorgesetzter gar nicht bemerkt hat, was Sie alles leisten. Im nächsten Mitarbeitergespräch können Sie Ihrem Vorgesetzten erläutern, was Sie in den letzten Monaten erreicht haben.

Statt sich im Stillen über den Kollegen zu ärgern oder vielleicht sogar Intrigen zu spinnen, präsentieren Sie sich von Ihrer guten Seite. Das wirkt sich positiv auf die Arbeitsatmosphäre und auf Ihr Ansehen bei den Führungskräften aus.

Bildnachweis: Ground Picture / Shutterstock.com

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