Was ist Business Intelligence? Definition, Bedeutung & Strategien
Durch Business Intelligence werden aus Daten wertvolle Informationsquellen, mit denen es leichter ist, Unternehmensziele zu erreichen. Hier erfahren Sie, wie Unternehmen BI gewinnbringend einsetzen können, um bessere Entscheidungen zu treffen und sich Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Was ist Business Intelligence?
Business Intelligence, kurz BI, beschreibt Prozesse und Technologien, mit denen Unternehmen Geschäftsdaten sammeln, analysieren und übersichtlich darstellen. Die Ziele von Business Intelligence bestehen darin, eine bessere Entscheidungsgrundlage durch Datenauswertung zu schaffen. Dabei können sich die Quellen der Daten unterscheiden: Es kann sich zum Beispiel um Absatzzahlen handeln, Kundendaten oder Daten aus internen Abläufen.
Die genutzten Daten werden so aufbereitet, dass sie leicht interpretiert werden können, etwa mithilfe von Dashboards, Diagrammen oder in Form von Berichten. Durch BI ist es leichter, Zusammenhänge und Muster zu erkennen. Das ermöglicht es Verantwortlichen in Unternehmen, frühzeitig auf Trends und veränderte Rahmenbedingungen zu reagieren und so wettbewerbsfähig zu bleiben.
Bei der Definition von Business Intelligence ist die Abgrenzung zu Big Data wichtig. Big Data setzt auf große, oft unstrukturierte Datenmengen. Business Intelligence arbeitet hingegen in der Regel mit strukturierten, bereits geordneten Daten. BI muss außerdem von Business Analytics unterschieden werden. Bei Business Analytics geht es in erster Linie um mathematische Modelle und Prognosen für die Zukunft. Der Fokus bei Business Intelligence liegt hingegen auf der Analyse aktueller Informationen oder der Interpretation von zurückliegenden Erfahrungen.
BI kombiniert Technik und Methoden. Genutzt werden sowohl technische Tools wie Software und Datenbanken, aber auch methodische Herangehensweisen wie Auswertungen und Visualisierungen. Für Unternehmen kann es sich ungeachtet ihrer Größe oder der Branche lohnen, Business Intelligence zur steten Optimierung von Abläufen, der Verbesserung des eigenen Angebots und zur Kostenreduktion zu nutzen.
Die zentralen Komponenten von Business Intelligence
Business Intelligence besteht aus mehreren Bausteinen, die miteinander verbunden sind. Eine wichtige Rolle spielen die Datenquellen, die zur Analyse genutzt werden. Interne Daten können etwa aus ERP-Systemen aufbereitet werden, also der Unternehmensplanung und Buchhaltung, aber auch aus CRM-Systemen, wo es um Kundendaten geht.
Durch solche Daten können wertvolle Erkenntnisse über Aspekte wie den Verkauf von Produkten, Kundenverhalten oder interne Arbeitsweisen gewonnen werden. Externe Daten stammen von außerhalb des Unternehmens. Sie können etwa aus sozialen Netzwerken, Statistiken oder Studien gewonnen werden. Solche Daten sind besonders hilfreich, um das Unternehmen im Vergleich zu Mitbewerbern zu analysieren.
Um Datenquellen auswerten zu können, ist der sogenannte ETL-Prozess nötig. Die Abkürzung steht für extract, transform und load, auf Deutsch Extrahieren, Transformieren und Laden. Die Daten werden dabei zuerst gesammelt, um sie nutzen zu können. Im nächsten Schritt werden sie in ein einheitliches Format umgewandelt und bereinigt, wodurch sie übersichtlicher und vergleichbarer werden. Zuletzt lädt man die Daten in ein System, in der Regel ein Data Warehouse, um sie zu speichern und weiter zu analysieren. Durch diese Vorgehensweise wird die Grundlage für effektive BI geschaffen.
Auch die Visualisierung von Daten ist eine wichtige Komponente von Business Intelligence. Komplexe Daten werden so leichter greifbar, etwa mithilfe von Dashboards oder Diagrammen. Solche Hilfsmittel visualisieren essenzielle Kennzahlen, wodurch Potenziale ebenso wie Probleme und Risiken leichter in den Blick fallen. Durch eine gute Visualisierung ist es leichter, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Die Vorteile von Business Intelligence im Unternehmen
Für Unternehmen bietet BI viele Vorteile und kann einen echten Mehrwert mit sich bringen. Einer der wichtigsten Punkte: Wenn Entscheidungen auf Datenanalysen beruhen, werden sie nicht aus dem Bauch heraus getroffen, sondern sind wirklich fundiert. Führungskräften und Mitarbeitern stehen Daten zur Verfügung, die eine wirkliche Orientierung bieten. Das verringert Unsicherheiten und Risiken und kann die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöhen. Es wird außerdem einfacher, zu analysieren, welche Ansätze den gewünschten Effekt haben und was noch nicht optimal läuft.
Praktisch ist Business Intelligence für Unternehmen auch, um Prozesse effizienter zu gestalten. BI ermöglicht es, Abläufe und Strukturen genauer zu beleuchten und gezielt zu verbessern. Durch die Auswertung von Echtzeitdaten ist es möglich, flexibel auf neue Erkenntnisse zu reagieren, um Vorgehensweisen zu optimieren. Zugleich kann Business Intelligence helfen, Geschäftspotenziale aufzudecken und Trends frühzeitig zu erkennen. So können Unternehmen neue Produkte entwickeln oder neue Märkte erschließen. Ihre Innovationskraft wird dabei gestärkt.
Auch im Wettbewerb mit anderen Unternehmen ist Business Intelligence vorteilhaft. Wer seine Geschäftspraktiken und richtungsweisende Entscheidungen auf Daten stützt, kennt seine Zielgruppe besser. So ist es leichter, das eigene Angebot optimal auf Kundenbedürfnisse und -wünsche zuzuschneiden. Dadurch sind Unternehmen, die auf BI setzen, handlungsfähiger und häufig effektiver, was die Produktivität erhöht und dem Erfolg am Markt zugutekommt.
Einsatzbereiche von Business Intelligence in der Praxis
Viele Unternehmen setzen auf Business Intelligence, und das in ganz unterschiedlichen Bereichen und Aspekten des Betriebsalltags. In nahezu allen Teilen von Unternehmen kann BI ein Gewinn sein. Ein wichtiges Einsatzfeld: Vertrieb und Marketing. Wenn Unternehmen Kundenverhalten im Detail analysieren, verstehen sie ihre Zielgruppe besser. Sie sehen klarer, welches Angebot wirklich auf Resonanz stößt und was weniger erfolgreich ist. Das macht es einfacher, effektive Marketingkampagnen zu entwickeln und umzusetzen. BI macht dabei etwa deutlich, wodurch sich Kunden wirklich angesprochen fühlen, welche Werbung die Verkäufe tatsächlich erhöht und über welche Kanäle potenzielle Kunden besonders gut angesprochen werden können. Solche Erkenntnisse sind wichtig für die strategische Planung.
Auch im Finanzwesen ist Business Intelligence ein wichtiges Tool. So können Finanzabteilungen BI etwa im Controlling, zur Budgetierung und dem Risikomanagement einsetzen. Mitarbeiter können aktuelle Zahlen auswerten und Kosten engmaschig kontrollieren. Es ist leichter, mögliche Risiken zu erkennen und anhand der Risikoanalyse Präventivmaßnahmen zu entwickeln. Zugleich hilft Business Intelligence, die finanzielle Situation übersichtlich darzustellen, was sowohl für das Management als auch für Stakeholder wie Geschäftspartner und Investoren wichtig ist.
Ein weiteres Einsatzfeld von BI in der Praxis betrifft den Bereich Produktion und Logistik. Hier kann Business Intelligence genutzt werden, um Ressourcen optimal zu planen und Abläufe zu verbessern. Die Analyse von Lieferketten ermöglicht es, drohende Engpässe zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Ebenso ist es leichter, Lagerbestände effektiv zu steuern, wenn Verantwortliche genau wissen, was wann vorrätig ist oder benötigt wird. Abläufe können dadurch nicht nur reibungsloser gestaltet werden, es ist auch eher möglich, kostensparend zu arbeiten.
Nützliche Tools und Technologien für BI
Wie gewinnbringend BI in der Praxis ist, hängt davon ab, welche Werkzeuge und Technologien Unternehmen nutzen. Durch passende Business-Intelligence-Plattformen können Unternehmen Daten leicht und anschaulich auswerten. Zu den bewährten BI-Plattformen zählen Tableau, Microsoft Power BI und Qlik. Solche Programme machen es möglich, verschiedene Datenquellen zu nutzen und unterschiedliche Daten zu analysieren.
Durch interaktive Dashboards können zum Beispiel Berichte erstellt und aktualisiert werden. Technisches Vorwissen ist dabei oft nicht nötig, um die Programme zu verstehen und effektiv einsetzen zu können. Welches Tool die beste Lösung ist, hängt unter anderem von den spezifischen Anforderungen und Zielen, der Größe des Unternehmens und nicht zuletzt der IT-Infrastruktur ab.
Moderne BI-Lösungen setzen auf Datenbanken und Cloud-Technologien. Während Business-Intelligence-Daten früher oft auf eigenen Servern gespeichert wurden, nutzen heute viele Unternehmen Cloud-Speichersysteme. Sie sind flexibler und leicht skalierbar. Durch Cloud-Plattformen können Daten zudem besonders sicher gespeichert und jederzeit von überall aus abgerufen werden. So ist es einfacher für Beschäftigte, zeit- und standortunabhängig im Team und abteilungsübergreifend zusammenzuarbeiten.
Auch die Verwendung von künstlicher Intelligenz (KI) spielt bei der Business Intelligence eine immer wichtigere Rolle. Dasselbe gilt für Machine Learning. Beide Ansätze sind praktisch, um größere Datenmengen automatisch und besonders schnell zu verarbeiten, Daten zu analysieren und Prognosen zu erstellen. KI kann zudem alltägliche Aufgaben wie die Sortierung oder Bereinigung von Daten übernehmen, was die Mitarbeiter entlastet und die Fehleranfälligkeit verringern kann.
Welche Herausforderungen gibt es bei der Implementierung von Business Intelligence?
Business Intelligence zu nutzen, kann für Unternehmen sehr gewinnbringend sein. Es ist aber kein Selbstläufer, sondern kann mit Herausforderungen und Risiken einhergehen, die Verantwortliche im Blick haben sollten. Eine mögliche Hürde sind die anfänglich oft höheren Investitionen, die für eine effektive BI nötig sein können. Zugleich sind manche Systeme technisch komplex.
Business-Intelligence-Lösungen setzen die richtigen IT-Strukturen voraus, außerdem bedarf es passender Software und Hardware. Vor allem für kleinere Firmen kann das eine finanzielle Herausforderung sein, bei der im Vorfeld nicht immer klar ist, ob sich die Investition lohnt. In solchen Fällen ist es besonders wichtig, sich gut zu informieren oder beraten zu lassen, bevor eine Entscheidung getroffen wird. So können Ressourcen wirklich zielführend eingesetzt werden.
Jegliche Veränderungen können auf Skepsis, manchmal sogar auf regelrechten Widerstand bei Arbeitskräften stoßen. Manche Mitarbeiter haben womöglich Angst, mehr Arbeit durch BI zu haben, oder wissen nicht genau, was dadurch auf sie zukommt. Andere könnten anzweifeln, ob Business Intelligence wirklich nötig oder in der gewählten Form zielführend ist. Umso wichtiger ist es, dass Verantwortliche deutlich machen, welchen Nutzen BI auch für die Mitarbeiter hat. Transparenz in der Kommunikation und die Einbindung des Teams können die Akzeptanz erhöhen. Zugleich kommt es darauf an, eine Datenkultur im Unternehmen zu fördern. Hier sind neben einer engen Kommunikation auch Schulungen hilfreich.
Zentral ist darüber hinaus die Sicherstellung der Datenqualität und Datensicherheit. BI-Systeme sind nur dann wirklich nützlich, wenn hochwertige Daten in sie eingespeist werden. Daten sollten korrekt, vollständig und aktuell sein. Wer veraltete oder falsche Daten nutzt, kann das Ergebnis verzerren, was falsche Entscheidungen wahrscheinlicher macht. Gleichzeitig ist es wichtig, sensible Daten zu schützen.
Fazit: BI als Motor für Innovation und Wachstum
- Business Intelligence umfasst die systematische Sammlung, Auswertung und Darstellung von internen und externen Daten in Unternehmen, um eine bessere Grundlage für unternehmerische Entscheidungen zu schaffen.
- Durch BI können Unternehmen effizienter gesteuert werden. Es ist leichter, Entwicklungspotenziale zu erkennen und Risiken zu minimieren.
- Business Intelligence bietet sich für nahezu alle Bereiche von Unternehmen an, von Vertrieb und Marketing über das Controlling bis zur Produktion und Logistik.
- BI sollte dabei nicht als reines IT-Projekt gesehen werden, sondern als strategisches Tool, das an eine echte Datenkultur gekoppelt wird, um maximal effektiv zu sein.
- Unternehmen, die Business Intelligence zielgerichtet nutzen, sind oft innovativer, können leichter neue Geschäftsfelder entwickeln und sich langfristige Wettbewerbsvorteile sichern.
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