Job-Absage? Weiter geht’s!

Es ist frustrierend, wenn auf Bewerbungen nur Job-Absagen folgen. Den Kopf in den Sand stecken sollten Sie jetzt aber nicht, sondern lieber herausfinden, was zu den Absagen nach Ihren Bewerbungen geführt hat. Nur, wenn Sie wissen, woran es liegt, können Sie es schließlich künftig anders machen. In diesem Artikel geht es um mögliche Gründe für Absagen bei Bewerbungen und den richtigen Umgang mit Rückschlägen bei der Jobsuche.

Ein Mann sitzt am Laptop und ist nachdenklich nach einigen Bewerbungs- und Job-Absagen

Wenn auf Bewerbungen nur Absagen folgen

Bewerbungen schreiben ist aus Sicht vieler Bewerber ein lästiges Unterfangen. Es kostet Zeit und macht meist wenig Spaß. Trotzdem ist es natürlich nötig, Bewerbungen zu verschicken, um Chancen auf neue Jobs zu haben. Im besten Fall hat sich die Mühe am Ende gelohnt, weil darauf (mindestens) eine Einladung zum Vorstellungsgespräch folgt.

Manchmal bleibt der Erfolg beim Bewerben allerdings aus. Besonders schwierig ist das für viele Bewerber, wenn es entweder um den Traumjob geht oder wenn auf Bewerbungen fast nur Absagen folgen. Eine Absage nach einer Bewerbung ist immer ein Rückschlag. Viele Jobsuchende sind frustriert – und wissen nicht, was sie anders machen sollen, damit es mit dem neuen Job endlich klappt.

Dass viele Bewerber gar nicht wissen, warum sie nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen wurden oder warum sie im Anschluss an ein Vorstellungsgespräch eine Absage erhalten haben, liegt auch daran, dass viele Unternehmen sich über die Gründe in Stillschweigen hüllen. So wissen Bewerber nicht, ob ihre Bewerbung aus irgendwelchen Gründen wirklich nicht gut angekommen ist oder ob einfach die Konkurrenz vielversprechender war. Es kommt außerdem immer wieder vor, dass Unternehmen gar nicht absagen, sondern sich einfach auf eine Bewerbung nie zurückmelden.

Absage Bewerbung: Muster

Absagen von Unternehmen nach Bewerbungen enthalten selten eine aufschlussreiche Begründung. Schon aus Angst vor Klagen wegen vermeintlicher oder tatsächlicher Verstöße gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das auch als Antidiskriminierungsgesetz bekannt ist, geben viele Unternehmen die Gründe für eine Absage meist lieber nicht im Detail an. Die Absage kann dann klingen wie das folgende Muster:

„Sehr geehrter Herr Muster,

vielen Dank für Ihre Bewerbung für die Stelle als [Jobbezeichnung] und das damit verbundene Interesse an unserem Unternehmen. Leider müssen wir Ihnen jedoch mitteilen, dass wir uns für einen anderen Kandidaten entschieden haben, der unseren Erwartungen noch stärker entsprochen hat.

Bitte verstehen Sie das nicht als Ablehnung Ihrer Person oder Ihrer Fähigkeiten. Oft sind es nur Nuancen, die den Ausschlag bei Personalentscheidungen geben.

Da wir Ihre Bewerbung spannend fanden, würden wir Sie mit Ihrem Einverständnis gerne in unseren Bewerber-Pool aufnehmen und uns bei Ihnen melden, wenn eine passende Stelle frei wird. Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie damit einverstanden sind und wir Ihre Daten speichern dürfen.

Wir bedanken uns für Ihre Mühe und wünschen Ihnen für Ihren weiteren beruflichen Weg alles Gute.

Freundliche Grüße

M. Mustermann“

Mögliche Gründe für Absagen nach Bewerbungen

Für Bewerber sind Jobabsagen auch deshalb so frustrierend, weil sie meist keine Ahnung haben, woran es lag. In solchen Fällen kann es helfen, sich mit häufigen Gründen für Absagen nach Bewerbungen zu befassen. Sie können dann überlegen, welche Gründe möglicherweise in Ihrem Fall ausschlaggebend waren, wenn Sie nach einer Bewerbung oder einem Vorstellungsgespräch eine negative Rückmeldung erhalten.

Diese Gründe kann es haben, wenn Sie nur Absagen auf Bewerbungen erhalten

Wenn Sie nach einer abgeschickten Bewerbung eine Absage erhalten, bevor man Sie persönlich kennengelernt hat, findet sich in der Absage wahrscheinlich keine konkrete Begründung. Wahrscheinlich werden Standardfloskeln genutzt, aus denen Sie nicht schlau werden. Oder Sie erhalten gar keine Absage, weil sich das Unternehmen gar nicht erst bei Ihnen zurückmeldet.

Eine Absage nach einer Bewerbung hängt ganz grundlegend damit zusammen, dass das Profil des Bewerbers die Entscheidungsträger in letzter Konsequenz nicht überzeugt hat. Es kann sein, dass Ihre bisherigen Erfahrungen und Qualifikationen nicht ausreichend waren. Das heißt nicht, dass man Sie nicht vielleicht trotzdem interessant fand – aber gerade, wenn es sehr viele hochqualifizierte Bewerber gibt, reichen oft kleinste Mängel, damit ein Kandidat eine Absage erhält.

Es kann auch sein, dass Ihre Bewerbung keinen guten Eindruck hinterlassen hat. Vielleicht enthielt sie Rechtschreibfehler oder inhaltliche Fehler, war unübersichtlich oder schlecht formatiert. Eine Absage kann auch das Ergebnis einer unvollständigen Bewerbung sein, der wichtige Unterlagen fehlen.

Vielleicht ist es Ihnen in Ihrem Anschreiben nicht gelungen, Ihre Ansprechpartner von Ihren Fähigkeiten zu überzeugen. Oder Sie haben darin Standardfloskeln genutzt, die der Entscheidungsträger negativ aufgefasst hat. Es kann auch sein, dass ein weniger gutes Arbeitszeugnis Ihrem Erfolg bei der Jobsuche im Weg stand.

Wenn Sie keinen Anhaltspunkt dafür haben, warum Sie nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen wurden, können Sie auch ruhig direkt beim Unternehmen nachfragen, woran es lag. Telefonisch ist man womöglich eher bereit, Ihnen die Gründe für die Absage mitzuteilen.

Absage nach dem Vorstellungsgespräch: Woran es liegen kann

Es kann Ihnen passieren, dass Sie zwar zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, darauf aber eine Absage durch das Unternehmen folgt. Grundsätzlich ist es erstmal positiv, wenn Sie von potenziellen Arbeitgebern zum Kennenlernen eingeladen werden. Das heißt, dass Ihre Bewerbungsunterlagen überzeugt haben. Hier müssen Sie also nicht nachbessern.

Dass man Ihnen nach dem Bewerbungsgespräch abgesagt hat, hängt zwar mit Ihrem Auftritt zusammen. Es bedeutet aber nicht zwingend, dass man Sie nicht mochte oder Sie nicht vielversprechend fand. Machen Sie sich klar, dass in der Regel nur eine überschaubare Zahl an Kandidaten zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird. Wer jetzt noch im Rennen ist, ist grundsätzlich qualifiziert für die Stelle. Sich gegen die verbleibende Konkurrenz durchzusetzen ist entsprechend schwierig.

Es kann natürlich auch sein, dass Ihren Ansprechpartnern tatsächlich etwas nicht gefallen hat im Bewerbungsgespräch. Das kann an dem gelegen haben, was Sie gesagt haben, oder an Ihrem Auftritt allgemein. Vielleicht war Ihre Körpersprache abweisend oder hat eine starke Nervosität oder Schüchternheit zum Ausdruck gebracht. Oder es hat schlicht menschlich nicht ganz so gut gepasst.

Eine Absage nach einem Vorstellungsgespräch kann auch das Resultat einer mangelnden Vorbereitung auf das Gespräch sein. Fällt im Bewerbungsgespräch zum Beispiel auf, dass ein Kandidat sehr wenig über den Job und das Unternehmen weiß, kommt das nicht gut an. Dasselbe gilt, wenn es an der Selbstpräsentation hapert, der Kandidat Fragen unzureichend beantwortet oder Desinteresse signalisiert, weil er selbst keine Fragen stellt.

Es können Details sein, die zu einer Absage nach dem Vorstellungsgespräch geführt haben – beispielsweise zu hohe Gehaltsvorstellungen. Ebenso kommt es vor, dass eine Stelle nur pro forma ausgeschrieben wird, obwohl längst feststeht, wer den Job bekommen wird.

Mit Rückschlägen in Bewerbungsphasen umgehen: Tipps für Betroffene

Keine Frage, eine Absage nach einer Bewerbung ist nie ein Grund zur Freude. Es ist aber auch nicht das Ende der Welt, wenn Sie bei einer Bewerbung nicht erfolgreich waren. Jetzt kommt es darauf an, aus Fehlern zu lernen – und optimistisch in die Zukunft zu blicken. Dabei helfen Ihnen unsere Tipps zum Umgang mit Absagen nach Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen.

Grämen Sie sich nicht zu sehr über Absagen

Es ist ganz natürlich, dass eine Absage nach einer Bewerbung erstmal schlechte Laune macht – vor allem, wenn es um einen Job ging, den man wirklich gerne haben wollte. Sie dürfen ruhig traurig darüber sein, sollten den Rückschlag aber spätestens nach ein paar Tagen abhaken.

Dabei kann es Ihnen helfen, Ihre Sichtweise auf den entgangenen „Traumjob“ zu ändern. Angenommen, es ging um Ihren Wunsch-Arbeitgeber und einen Job, der klang, als wäre er perfekt für Sie. Ob Sie damit wirklich zufrieden gewesen wären, können Sie aber gar nicht wissen. Vielleicht ist das Klima in der Abteilung schlecht oder Sie hätten enorm unter Druck gestanden. Trauern Sie also nicht zu lange etwas nach, bei dem Sie nicht sicher wissen, wie gut es tatsächlich gewesen wäre.

Finden Sie heraus, wo der Grund für die Absage lag

Wenn Sie auf Bewerbungen Absagen erhalten, sollten Sie das zum Anlass nehmen, Ursachenforschung zu betreiben. Es gibt zwar immer wieder Fälle, wo es nicht möglich ist, den Grund für eine Jobabsage herauszufinden. Oft findet man aber doch den einen oder anderen Punkt, der aus Sicht möglicher Arbeitgeber suboptimal gewesen sein könnte.

Bei der Analyse von möglichen Gründen für Absagen bei Bewerbungen kommt es darauf an, in welcher Phase des Bewerbungsprozesses Sie einen negativen Bescheid erhalten haben – direkt nach dem Versand Ihrer Bewerbungsunterlagen oder erst nach dem Vorstellungsgespräch.

Wenn die Absage kam, bevor man Sie persönlich kennengelernt hat, sollten Sie sich Ihre Bewerbungsunterlagen noch einmal genau ansehen. Haben Sie ein individuelles, gut geschriebenes Anschreiben mitgeschickt, bei dem Sie auf Ihre Motivation und Eignung eingegangen sind? War Ihr Lebenslauf gut strukturiert, auf die Stelle zugeschnitten und enthielt möglichst wenig Lücken? Haben Sie alle geforderten Unterlagen mitgeschickt? Und wie gut sind Ihre Arbeitszeugnisse?

Folgt auf ein Vorstellungsgespräch eine Absage, sollten Sie das Gespräch noch einmal Revue passieren lassen. Wie haben Sie es wahrgenommen – und wie haben Sie selbst Ihre Chancen eingestuft? Wo waren Sie souverän, wo vielleicht weniger? Waren Sie glaubwürdig? Und wie war Ihre Körpersprache? Es kann hilfreich sein, ein Vorstellungsgespräch mit Freunden zu simulieren. Sie können Ihnen unmittelbar Rückmeldung geben, wie Sie wirken und ob Sie souverän reagieren oder nicht.

Nur Absagen auf Bewerbungen: Unterlagen überarbeiten

Wenn Sie ständig Absagen nach Bewerbungen erhalten, bewerben Sie sich entweder auf Jobs, für die Sie nicht qualifiziert genug sind – oder an Ihren Bewerbungsunterlagen gibt es einen Haken. Reihenweise Absagen bedeuten fast immer, dass die Bewerbungsunterlagen nicht optimal gestaltet sind. Schauen Sie sich also noch einmal genau an, wie Ihr Lebenslauf, das Anschreiben und die Anlagen aussehen und welchen Eindruck sie bei einem potenziellen Arbeitgeber hinterlassen könnten.

Sie sollten sowohl Anschreiben als auch Lebenslauf auf den jeweiligen Job zuschneiden. Zeigen Sie, dass Sie mitbringen, was sich das Unternehmen wünscht. Es kann sinnvoll sein, Außenstehende einen Blick auf Ihre Bewerbungsunterlagen werfen zu lassen, zum Beispiel Freunde oder Angehörige. Sie sehen oft klarer, wenn es irgendwo Mängel gibt. Gerade bei vielen Absagen kann es außerdem eine gute Idee sein, sich an professionelle Bewerbungsschreiber oder -coaches zu wenden. Das kostet zwar meist nicht wenig, kann Ihre Chancen aber enorm verbessern.

Überlegen Sie genau, wo Sie sich bewerben

Ob Sie nach einer Bewerbung eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten oder eine Absage, hängt auch damit zusammen, für welche Jobs Sie sich bewerben. Vielleicht sind Sie ambitioniert, bewerben sich aber für Stellen, für die Sie noch nicht erfahren genug sind. Dann sind Absagen fast schon vorprogrammiert. Überlegen Sie also gut, welche Stellen wirklich passen könnten und wofür Sie auch die gefragten Qualifikationen mitbringen. Ihre Chancen können außerdem bei kleineren Firmen besser sein als bei bekannten Unternehmen, die sehr viele Bewerbungen für freie Stellen bekommen.

Arbeiten Sie an Ihrem Auftritt

In Absagen nach Bewerbungen steckt auch eine Chance. Sie bieten Ihnen die Möglichkeit, an sich zu arbeiten und sich zu verbessern. Dazu gehört nicht nur die Überarbeitung der Bewerbungsunterlagen. Gerade, wenn Ihnen öfter nach einem Bewerbungsgespräch abgesagt wird, sollten Sie auch daran arbeiten, wie Sie bei solchen Gelegenheiten auftreten.

Vielleicht fühlen Sie sich wenig selbstbewusst, wenn Sie auf einen potenziellen Arbeitgeber treffen. Oder Sie sind sehr nervös und können in Vorstellungsgesprächen keinen klaren Gedanken fassen. Versuchen Sie, diese Probleme vor dem nächsten Bewerbungsgespräch anzugehen. Sie können zum Beispiel einen Kurs machen oder sich diesbezüglich von einem Bewerbungscoach beraten lassen.

Eine andere Möglichkeit ist es, ein Bewerbungsgespräch zu simulieren und sich dabei zu filmen. So können Sie analysieren, wie Sie sich verhalten haben und was Ihre Körpersprache ausgedrückt hat. Wenn dann ein tatsächliches Bewerbungsgespräch ansteht, treten Sie womöglich schon ganz anders auf.

Bildnachweis: Vadym Pastukh / Shutterstock.com

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