Remote Work: Die Arbeit der Zukunft?

Immer mehr Arbeitnehmer arbeiten zumindest zeitweise nicht von ihrem Arbeitsplatz im Unternehmen aus, sondern von zuhause oder unterwegs. Solches Remote Work kann sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber Vorteile haben, aber auch mit Nachteilen verbunden sein. Welche das sind und wie Sie remotes Arbeiten bestmöglich ausgestalten können, erfahren Sie hier.

Eine Frau sitzt in einem Cafe und macht Remote Work

Remote arbeiten: Welche Bedeutung hat es?

Noch vor einigen Jahrzehnten galt für die allermeisten Arbeitnehmer: Ihr Arbeitsplatz befindet sich in einem Unternehmen, und zwar ausschließlich. Abgesehen von Beschäftigten in bestimmten Berufen, die schon immer für die Arbeit unterwegs waren, hatten vor allem Büromitarbeiter einen festen Arbeitsplatz vor Ort beim Arbeitgeber. Das ist seit einiger Zeit für viele Arbeitnehmer nicht mehr zwingend der Fall. Immer mehr Beschäftigte arbeiten regelmäßig oder gelegentlich von zuhause aus, andere können ihren Job auch mobil ausüben und sich zum Beispiel zum Arbeiten in ein Café oder einen Park setzen. Findet die Arbeit abseits des eigentlichen Büros beziehungsweise Betriebs statt, spricht man auch von Remote Work.

Der Begriff stammt aus dem Englischen. „Remote“ bedeutet „fern“ oder „entfernt“; Remote Work ist also das Arbeiten von einem entfernten Arbeitsplatz. In vielen Unternehmen wird das immer normaler. Neue digitale und technische Möglichkeiten von Clouds bis zu Messenger-Diensten machen solche Telearbeit immer einfacher. Viele Teams umfassen Mitarbeiter in verschiedenen geografischen Lokalitäten, oft über verschiedene Städte oder Länder hinweg. Bei einer virtuellen Besprechung sitzt dann zum Beispiel ein Mitarbeiter an seinem Schreibtisch im Hauptsitz der Firma, ein anderer befindet sich in einer Niederlassung in einem anderen Land und ein weiterer ist von seinem heimischen Büro aus zugeschaltet.

Die Corona-Krise mit ihren Lockdowns hat dem Trend hin zu Homeoffice einen enormen Schub gegeben, wobei sich viele Arbeitnehmer auch davor schon die Möglichkeit zu (mehr) Homeoffice gewünscht haben. In den Lockdowns hat zeitweise fast jeder Dritte Beschäftigte in Deutschland von zuhause aus gearbeitet. Inzwischen ist diese Zahl wieder gesunken, bleibt aber auf relativ hohem Niveau. Es ist von einer dauerhaften Verschiebung hin zu mehr Homeoffice auszugehen.

So kann Remote Work konkret aussehen

Remote Work – wie sieht das konkret aus? Die eine Remote-Work-Lösung gibt es nicht. Es kommt vielmehr auf den Job an und natürlich auch darauf, was der Arbeitnehmer mit seinem Arbeitgeber vereinbart hat. Ein typisches Beispiel für remotes Arbeiten ist die Arbeit aus dem Homeoffice. Beschäftigte arbeiten dann zum Beispiel einige Tage pro Woche oder sogar jeden Tag vom heimischen Schreibtisch aus. Mit den Kollegen kommunizieren sie telefonisch, über Videochats oder Messenger-Dienste. Dank Cloud-basierter Software haben die Arbeitnehmer zuhause denselben Zugang zu allem, was sie für ihre Arbeit brauchen, wie im Büro auch.

Remote Work kann auch bedeuten, dass eine mobile Arbeit möglich ist. Die Beschäftigten können sich dann zum Beispiel mit dem Laptop oder Tablet an einen öffentlichen Ort ihrer Wahl setzen und von dort aus arbeiten. Auch Außendienstmitarbeiter arbeiten remote, ebenso Beschäftigte in Jobs, für die Aufträge vor Ort bei Kunden typisch sind.

Prinzipiell kommt Remote Work sowohl für festangestellte Mitarbeiter als auch für freie Mitarbeiter und andere Selbstständige infrage. In vielen Fällen ist die Tätigkeit im Homeoffice oder von unterwegs aus auf bestimmte Zeiten begrenzt, es kann sich aber auch um eine Dauerlösung handeln. In diesem Fall sind die Beschäftigten örtlich häufig nicht gebunden – sie können dann manchmal sogar im Ausland leben.

Remote Work: Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Viele Arbeitnehmer freuen sich über die Möglichkeit, remote zu arbeiten, weil es ihnen viele Vorteile bieten kann. Manche Arbeitgeber sehen Homeoffice und Co jedoch skeptischer, was erklärt, warum Homeoffice oft nicht möglich ist, obwohl die Voraussetzungen dafür gegeben wären. Dabei kann Remote Work auch für Arbeitgeber vorteilhaft sein.

Fangen wir mit den Vorteilen für Arbeitnehmer an:

  • Bei Remote Work entfällt das Pendeln von und zur Arbeit. Dadurch sparen die Beschäftigten Zeit, Geld und oft auch Nerven. Sie können morgens länger schlafen und stehen nicht schon auf dem Weg zur Arbeit im Stau, und wenn sie abends mit der Arbeit fertig sind, haben sie sofort Freizeit, statt sich erst noch in eine volle S-Bahn zwängen zu müssen.
  • Beim remoten Arbeiten sind die Mitarbeiter oft wesentlich flexibler als im Büro. Oft können sie sich ihre Arbeitszeiten in bestimmten Grenzen frei einteilen. Sie können dann etwa mittags eine längere Pause machen, wenn sie abends dafür länger arbeiten.
  • Dadurch lassen sich Privatleben und Beruf in vielen Fällen besser miteinander vereinen. Arbeitnehmer können etwa ihre Kinder aus der Kita holen oder einen Arzttermin zwischendurch planen.
  • Im Homeoffice ist es oft wesentlich ruhiger als im Büro. Dadurch können die Beschäftigten oft zügiger arbeiten und die Qualität ihrer Arbeit kann steigen.
  • Zugleich entfallen Stressfaktoren wie ein hoher Geräuschpegel in einem Großraumbüro oder der enge persönliche Kontakt mit Kollegen, die einem auf die Nerven gehen. Das kann die Zufriedenheit der Betroffenen erhöhen und ihren Stress verringern.

Auch für Arbeitgeber kann Remote Work mit Vorteilen verbunden sein:

  • Wenn die Mitarbeiter durch ihre remote Arbeit zufriedener sind, hat der Arbeitgeber davon unmittelbar etwas: die Mitarbeiterbindung steigt, was Kündigungen der Beschäftigten unwahrscheinlicher macht. Eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit spricht sich außerdem herum, was eine hohe Nachfrage nach freien Stellen im Unternehmen bedeuten kann – ein Vorteil gegenüber Konkurrenten.
  • Eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit geht meist auch mit besseren Leistungen der Mitarbeiter einher. Dadurch kann die Produktivität ansteigen und das Unternehmen erfolgreicher machen.
  • Arbeiten viele Mitarbeiter remote, ist es häufig möglich, Arbeitsplätze im Unternehmen einzusparen, was wiederum die Betriebsausgaben senkt.

Diese Nachteile kann Remote Work haben

Nicht jeder Arbeitgeber sieht Remote Work positiv, und auch für Arbeitnehmer kann das Arbeitsmodell nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile haben. Die wichtigsten Argumente gegen Remote Work aus Sicht von Arbeitgebern und -nehmern finden Sie hier im Überblick.

Für Arbeitnehmer können diese Punkte gegen Remote Work sprechen:

  • Remote Work bedeutet mehr Eigenverantwortung für Arbeitnehmer. Das hat zwar positive Seiten, heißt aber auch, dass die Beschäftigten ihre Arbeit weitgehend selbst organisieren müssen. Manchen Arbeitnehmern fehlen die festen Strukturen, die es im Büro gibt. Sie tun sich schwer damit, ihren Tag und ihre Woche selbst zu strukturieren.
  • Im Homeoffice fällt es vielen Beschäftigten schwer, die nötige Disziplin für die Arbeit aufzubringen. Auch die Konzentration kann erschwert sein, wenn es äußere Ablenkungen wie Kinder oder Mitbewohner gibt – oder man sich selbst immer wieder ablenkt.
  • Manchmal funktioniert technisch im Homeoffice oder unterwegs nicht alles so, wie es soll. Das kann die Arbeit erschweren und Arbeitnehmer frustrieren. Lösungen für Probleme müssen Arbeitnehmer bei der remoten Arbeit oft selbst finden, statt diese Aufgabe an die IT-Abteilung auslagern zu können. Das kann für Stress sorgen.
  • Die Arbeit im Homeoffice ist oft mit flexiblen Arbeitszeiten verbunden. Das befürworten zwar viele Arbeitnehmer, es kann aber auch dazu führen, dass man durch unregelmäßige Arbeitszeiten aus dem Blick verliert, wie lange man schon gearbeitet hat. Überstunden können die Folge sein.
  • Wer zuhause arbeitet, kann außerdem in der Freizeit oft schlechter abschalten – vor allem, wenn er noch vom Sofa aus auf den Schreibtisch blickt. Das Risiko ist dann groß, dass man auch abseits der eigentlichen Arbeitszeiten arbeitet oder zumindest gedanklich bei der Arbeit ist.
  • Vielen Arbeitnehmern fehlen im Homeoffice die sozialen Kontakte, die sich im Büro ganz automatisch ergeben.
  • Remote Work kann die Karriere erschweren. Vor allem Arbeitnehmer, die überwiegend nicht vor Ort im Unternehmen sind, sind dadurch weniger sichtbar. Das kann dazu führen, dass sie seltener befördert werden oder bei internen Bewerbungen schlechtere Chancen haben.

Und diese Aspekte sind mögliche Nachteile von Remote Work aus Sicht von Arbeitgebern:

  • Wenn Mitarbeiter zuhause oder unterwegs arbeiten, ist es für Arbeitgeber schwieriger, sie zu kontrollieren. Wie lange ein Mitarbeiter zum Beispiel an einem Tag tatsächlich gearbeitet hat, ist oft kaum nachzuvollziehen. So kann es passieren, dass ein Mitarbeiter sich nicht an die vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten hält, es aber niemandem auffällt.
  • Der Zusammenhalt im Team kann darunter leiden, wenn viele Mitarbeiter remote arbeiten, weil sie dann seltener persönlich miteinander Kontakt haben. Das kann zu einem schlechteren Betriebsklima führen und die Produktivität mindern.

Tipps für ein effektives Arbeiten von zuhause oder unterwegs

Wie gut die Arbeit im Homeoffice oder von unterwegs aus läuft, hängt in hohem Maße davon ab, wie man sie angeht. Hier finden Sie einige Tipps, mit denen Sie das remote Arbeiten optimal planen und bestmöglich nutzen können.

Die Voraussetzungen für Remote Work schaffen

Wirklich produktiv können Sie von einem remoten Arbeitsplatz aus nur sein, wenn Sie dort alle Voraussetzungen für ein zügiges, effektives Arbeiten finden. Sorgen Sie also dafür, dass Sie an Ihrem Arbeitsplatz alles haben, was Sie brauchen – von den nötigen Unterlagen über die benötigten technischen Lösungen und schnelles Internet.

Einen festen Arbeitsplatz einrichten

Wie gut die Arbeit im Homeoffice läuft, hängt in hohem Maße davon ab, ob Sie einen passenden Arbeitsplatz haben. Im besten Fall können Sie ein eigenes Büro nutzen, in dem Sie sich von möglichem Lärm um Sie herum abschirmen können. Mindestens ein geräumiger Schreibtisch in einer ruhigen Ecke sollte es aber schon sein. Mit dem Laptop am Küchentisch zu sitzen ist meist keine Dauerlösung.

Arbeitszeiten sinnvoll festlegen

Am besten läuft die Arbeit von zuhause oder unterwegs aus meist dann, wenn es Arbeitnehmern gelingt, eine Routine zu entwickeln. Wenn Sie bei Ihren Arbeitszeiten flexibel sind, sollten Sie das nutzen: Überlegen Sie, wann Ihre produktivsten Phasen sind – zum Beispiel morgens direkt nach dem Aufstehen oder am Nachmittag. Richten Sie Ihre Arbeitszeiten danach aus, wann es Ihnen am leichtesten fällt, sich zu konzentrieren. Wer morgens am besten arbeiten kann, fängt zum Beispiel vielleicht schon früh an, arbeitet dafür aber nachmittags nicht allzu lange. Oder Sie starten erst am späteren Vormittag, wenn Sie morgens noch keinen klaren Gedanken fassen können, arbeiten dafür aber bis zum frühen Abend.

Die Arbeit gut organisieren

Freiheiten bei der Organisation der Arbeit können für Arbeitnehmer Segen und Fluch zugleich sein. Wichtig ist, dass Sie Ihre Arbeit sinnvoll organisieren. Machen Sie sich einen Plan, was Sie an einem bestimmten Tag, in einer Woche oder einem Monat schaffen wollen beziehungsweise müssen. Teilen Sie Aufgaben sinnvoll auf, um alles rechtzeitig erledigt zu bekommen. Bei der Überlegung, wann Sie was machen, sollten Sie unbedingt auf Ihre leistungsfähigen und weniger leistungsfähigen Tageszeiten achten.

Mit den Kollegen in Kontakt bleiben

Eine gute Absprache im Team ist im Homeoffice oder an einem anderen remoten Arbeitsplatz essenziell. Für die Kommunikation mit Kollegen bieten sich zum Beispiel Messenger-Dienste, E-Mails, kurze Telefonate oder Video-Konferenzen an. Es ist auch sinnvoll, feste Zeiten einzurichten, zu denen Sie sich mit den wichtigsten Kollegen kurzschließen, damit alle auf dem gleichen Stand sind.

Daten schützen

Bei Ihrer remoten Arbeit sollten Sie darauf achten, dass sensible Daten jederzeit geschützt sind. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass Ihr PC oder Laptop ein Passwort haben sollte. Es sollte keinen Dritten möglich sein, persönliche Daten aus Ihrem Job abzurufen. Treffen Sie also entsprechende Vorkehrungen, wenn Sie Geräte mit anderen teilen oder wichtige Dokumente zuhause liegen haben.

Ablenkungen minimieren

Das größte Problem im Homeoffice besteht für viele Arbeitnehmer in den vielen Ablenkungen, die zuhause lauern. Egal, ob es andere Menschen sind, Haustiere oder der Haushalt – versuchen Sie, mögliche Ablenkungen so gut es geht auszuschalten. Widerstehen Sie auch der Versuchung, zwischendurch „kurz“ etwas zu machen – zum Beispiel die Wäsche in den Trockner stecken oder die Spülmaschine anmachen. Solche Dinge reißen Sie sonst immer wieder aus Ihrem Fokus heraus, worunter Ihre Konzentrationsfähigkeit leiden kann. Die Arbeit wird dann gefühlt wesentlich anstrengender.

Feierabend heißt Feierabend

Bei der Arbeit im Homeoffice ist wichtig, dass Sie nach getaner Arbeit einen Schlussstrich ziehen. Die Trennung zwischen Beruf und Privatleben weicht sonst immer mehr auf. Lesen Sie also nicht noch abends berufliche E-Mails oder beantworten sie gar. Wenn Ihre Erholungsphasen zu kurz kommen, haben Sie insgesamt mehr Stress und sind während der Arbeit wahrscheinlich auch weniger produktiv.

Bildnachweis: BublikHaus / Shutterstock.com

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