Umschulung Erzieher/in: Diese Wege in den Beruf gibt es

Sie mögen es, mit kleinen Kindern zu basteln und zu singen? Noch dazu sehnen Sie sich schon länger nach einer beruflichen Veränderung? Dann könnten Sie über eine Umschulung zum Erzieher oder zur Erzieherin nachdenken. Der Beruf ist nicht nur sinnstiftend, es werden auch händeringend qualifizierte Arbeitskräfte gesucht. Die Berufsaussichten nach der Erzieher Umschulung sind also hervorragend.

Eine Frau als Erzieherin im Kindergarten nach einer Umschulung

Umschulung als Erzieher: die Voraussetzungen

Ohne Frage ist der Arbeitsalltag nach der Umschulung zum Erzieher oder zur Erzieherin äußerst anstrengend. Das sollten Sie im Hinterkopf behalten, wenn Sie diese Umschulung für sich in Betracht ziehen. In dem Beruf als Erzieher sind Sie von morgens bis abends für kleine Kinder verantwortlich und sollen diese nach besten Möglichkeiten fördern. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Kindern können dabei beträchtlich sein.

Zum einen arbeiten Erzieher mit Kindern unterschiedlicher Altersklassen: Die Kinder, die im Kindergarten betreut werden, sind in der Regel zwischen drei und sechs Jahren alt. Daneben gibt es noch kleinere Kinder, die zwischen ein paar Monaten und drei Jahren alt sind und die in einer Kinderkrippe betreut werden. Diese Spanne in Bezug auf das Lebensalter ist immens und darauf sollten sich Personen, die eine Umschulung zum Erzieher oder zur Erzieherin planen, einstellen. Ein Dreijähriger hat einen ganz anderen Betreuungsbedarf als ein Vorschulkind.

Zum anderen haben Kinder einen individuellen Charakter. Womit sich der eine Zweijährige zufrieden gibt, muss für den nächsten im gleichen Alter noch lange nicht genug sein. Erzieher müssen über viel pädagogisches Geschick und Einfühlungsvermögen verfügen, um auf die Belange der Kinder individuell einzugehen. Das ist die Grundvoraussetzung für den Beruf und für die Umschulung als Erzieher. Wem es an Empathie fehlt, der sollte nicht weiter darüber nachdenken, Erzieher oder Erzieherin zu werden.

Neben dieser wichtigen Eigenschaft sollten interessierte Personen außerdem folgende Kompetenzen und Fertigkeiten mitbringen:

  • schnelle Reaktionsgeschwindigkeit, um auf gefährliche Situationen und sich anbahnende Konflikte frühzeitig reagieren zu können,
  • gutes Selbstbewusstsein, um die eigene Stellung in der Gruppe zu festigen und zu halten,
  • gute Kommunikationsfähigkeit, um auf die Belange der Kinder individuell reagieren zu können,
  • gute Team- und Kompromissfähigkeit, um sich auch mit den Kolleginnen und Kollegen abzustimmen und
  • sehr gute Stressresistenz, um in dem anstrengenden Beruf zu bestehen.

Soll die Umschulung zum Erzieher oder zur Erzieherin von der Agentur für Arbeit (mit-)finanziert werden, müssen Interessenten außerdem einen sogenannten berufspsychologischen Eignungstest durchlaufen. Bei diesem Test soll die allgemeine Befähigung für den Beruf genauer überprüft werden. Das Arbeitsamt oder das Jobcenter zahlen die Umschulung nur, wenn der Umschüler die Voraussetzungen mitbringt, um diese abzuschließen.

Schulische Voraussetzungen und vorherige Ausbildung

Um die Umschulung zum Erzieher durchlaufen zu können, ist außerdem eine abgeschlossene Berufsausbildung nötig. Das ist eine generelle Voraussetzung für Umschulungen, da diese in der Regel nur dann genehmigt wird, wenn die Person eine Erstausbildung abgeschlossen hat. Ohne vorherige Erstausbildung handelt es sich bei der Maßnahme per Definition nämlich nicht um eine Umschulung, sondern um eine Ausbildung.

Umschüler, die sich für den Erzieherberuf interessieren, sollten außerdem eine Ausbildung in dem sozialen Bereich abgeschlossen haben. Das macht es leichter, sich mit den Inhalten der Umschulung zum Erzieher auseinanderzusetzen. Personen mit einem mittleren Bildungsabschluss (mittlere Reife) haben außerdem bessere Aussichten auf die Umschulung als Personen mit einem Hauptschulabschluss. Der Schulabschluss ist in der Regel jedoch kein Ausschlusskriterium mehr. Das liegt daran, dass Erzieher in nahezu ganz Deutschland verstärkt gesucht werden.

Wo arbeiten Erzieher nach der Umschulung?

Nach der erfolgreichen Umschulung zum Erzieher oder zur Erzieherin können die Fachkräfte an unterschiedlichen Einrichtungen arbeiten. Der Einsatzort hängt meist auch davon ab, welcher Schwerpunkt in der Umschulung gesetzt wurde. Erzieher arbeiten zum Beispiel hier:

  • Kinderkrippe, -hort und -garten
  • Betriebskindergarten
  • Kinderheime
  • Jugendzentren
  • Erziehungswohnheimen und Behindertenwohnheimen
  • Ferienwohnheime
  • Beratungsstellen, Sozialdienste und Jugendorganisationen

Ablauf der Erzieher Umschulung

Die Umschulung als Erzieher ist in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Folgende Optionen haben interessierte Personen abhängig von ihren Vorkenntnissen und Voraussetzungen zur Auswahl:

  1. Umschulung als Erzieher an einer Bildungseinrichtung: Verschiedene Anbieter von Umschulungen haben die Umschulung als Erzieher im Angebot. Meist können sich Umschüler zwischen der Umschulung in Voll- und in Teilzeit entscheiden. Die Teilzeit-Variante hat den großen Vorteil, dass der bisherige Beruf weiter ausgeübt werden kann. Umschüler können sich damit einen Teil ihres Lebensunterhalts während der Umschulung verdienen.
  2. Umschulung als Erzieher als praxisintegrierte Ausbildung (PiA): PiA richtet sich nur an Personen, die bereits im erzieherischen Bereich arbeiten, also schon eine fachspezifische Ausbildung haben. PiA gilt daher nicht direkt als Umschulung, sondern eher als Fort- oder Weiterbildung für einen bestimmten Personenkreis. Personen, die die Voraussetzungen erfüllen, können PiA berufsbegleitend absolvieren und damit die Befähigung zum Erzieher oder zur Erzieherin erlangen.
  3. Umschulung als Erzieher als Externenprüfung: Auch diese Option richtet sich ausschließlich an Personen, die schon Vorkenntnisse und Berufserfahrung im erzieherischen Bereich haben. Konkret müssen Interessenten für diese Umschulung mehrere Jahre in einer pädagogischen Einrichtung gearbeitet haben. Im Unterschied zu PiA müssen sie jedoch keine Ausbildung in diesem Bereich vorweisen. Die Externenprüfung kommt daher einer klassischen Umschulung zum Erzieher näher als PiA. Im Unterschied zur Umschulung an einer Bildungseinrichtung, müssen sich Interessenten für diesen Weg den Prüfungsstoff selbst erarbeiten. Wer denkt, dass er die theoretischen Grundlagen verstanden hat und in der Prüfung wiedergeben kann, kann sich zur Externenprüfung anmelden.

Umschulung als Erzieher: die Finanzierung

Umschulung und Finanzen – das ist ein Thema, das wohl die meisten Umschüler beschäftigt. Der Grund: Wer eine Umschulung macht, hat häufig keine Zeit, Geld zu verdienen. Noch dazu ist die Umschulung nicht in jedem Fall kostenlos. Personen, die auf eigene Faust, also ohne Unterstützung einer Institution wie zum Beispiel der Agentur für Arbeit, eine Umschulung machen, müssen die Kosten selbst tragen. Stellt sich die Frage, welche Optionen es gibt, um die Kosten einer Umschulung zum Erzieher möglichst gering zu halten:

  1. Agentur für Arbeit oder Jobcenter: Beide Behörden unterstützen Personen, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind oder schon arbeitslos sind. Bei aussichtsreichen Kandidaten werden dabei in der Regel die kompletten Kosten für die Umschulung übernommen. Gut zu wissen: Die Umschulung durch das Arbeitsamt ist eine sogenannte Kann-Leistung. Das bedeutet, dass der Sachbearbeiter selbst entscheiden darf, ob die Umschulung bezahlt wird oder nicht. Einen Rechtsanspruch auf Finanzierung durch das Arbeitsamt oder Jobcenter gibt es nicht. Daher sollten Sie Sich bestmöglich auf das Gespräch mit Ihrem Sachbearbeiter vorbereiten. Wie das gelingen kann, erfahren Sie in dem Artikel Umschulung Arbeitsamt.
  2. Unfallkasse und Rentenversicherung: Diese beiden Institutionen sind der richtige Ansprechpartner, wenn Sie unter einer Berufskrankheit leiden. Auch dann, wenn Sie aufgrund Ihres Jobs gesundheitliche Probleme haben, können Sie Sich an die Unfallkasse oder die Rentenversicherung wenden. In einem persönlichen Beratungsgespräch können Ihnen die Mitarbeiter sagen, welche Voraussetzungen Sie mitbringen müssen, damit Ihre Umschulung als Erzieher oder Erzieherin finanziert wird.
  3. Spezielle Programme: Erzieher werden gesucht und das wird vermutlich auch die nächsten Jahre so bleiben. Daher haben Personen, die sich für eine Umschulung als Erzieher interessieren, gute Chancen auf eine finanzielle Förderung. In den Bundesländern gibt es ganz unterschiedliche Programme, mit denen die angehenden Umschüler gefördert werden können. Erkundigen Sie Sich am besten, welche Optionen es in Ihrem Bundesland gibt.

Bildnachweis: Pixel-Shot / Shutterstock.com

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